Kroatien

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Kroatien lässt sich vom Weinbau her in zwei Regionen einteilen: den Kontinental- und den Küstenbereich. Jede davon zeichnet sich durch besondere geographische, orographische, geologische, agroökologische, ampelographische, wirtschaftliche und andere Eigenschaften aus. Vom äußersten, unter mitteleuropäischem Einfluss stehenden Nordwesten Kroatiens, zu den östlichen Bereichen entlang der Donau und den Hängen von Fruška Gora, mit einem ausgesprochenen Einfluss des Pannonischen Klimas, bis hin nach Istrien im Norden, und zur Gemeinde Dubrovnik und zum Eingang in die Bucht von Kotor im Süden der Adriatischen Küste, mit ihrem ausgesprochenen Einfluss des Mittelmeerklimas, befinden sich eine große Anzahl Weinbaugebiete, die sich untereinander wesentlich unterscheiden. Diese Unterschiede, die sich in fünf klimatische Weinbauzonen einteilen lassen, und die durch Angaben über die Jahresdurchschnittstemperatur und die Wärmesumme, Temperaturschwankungen und das Auftreten von Frösten im späten Frühjahr und im frühen Herbst, die Menge und die Verteilung von Niederschlägen, die Luftfeuchtigkeit und andere Erscheinungsformen wie Nebel, Hagel, Tau und Schnee, die Häufigkeit von Winden und deren Intensität, die Anzahl von Sonnentagen etc. ausgedrückt werden, geben zusammen mit den Daten über die Bodenbeschaffenheit, das Relief, die Exposition und Inklination und insbesondere das Sortiment der Weinrebe, die Richtung der Weinerzeugung und die Qualität des Endprodukts vor. Durch diese reiche Auswahl und Vielfalt unterscheidet sich der kroatische Weinbau von allen anderen. Es ist wirklich eine Besonderheit, auf einem so kleinen Raum, eine derartige Vielfalt von Weinsorten, Weinkategorien und Weintypen anzutreffen, und gerade dadurch zählt die Republik Kroatien, sogar in Weltmaßstäben, zu einem außergewöhnlich interessanten Wein- und Weinbaugebiet. Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Kurzer Rückblick in die Vergangenheit des Weinanbaus und der Weinwirtschaft Kroatiens

Für Weinexperten, aber auch für alle Verbaucher und Weinliebhaber, gibt es interessante Daten über die Geschichte des Weinbaus auf dem Boden Kroatiens. Wenngleich über die Herkunft des Weinanbaus und der Weinwirtschaft ganz allgemein, und besonders auf unserem Boden, systematische Forschungen betrieben werden, gibt es auf einige Fragen derzeit noch keine, oder nur unvollständige Antworten. An dieser Stelle seien zumindest einige interessante Tatsachen erwähnt:


Auf dem Gebiet der Rep. Kroatien wurden Versteinerungen (fossile Überreste) von Vorfahren der Weinrebe aus der dritten Epoche des Mesozoikums (Kreide) gefunden, die also mehr als siebzig Millionen Jahre (Radoboj, Hrv. zagorje) alt sind. Dieser Fund ist jedoch kein Einzelfall, was ähnliche Funde in Istrien und an einigen anderen Orten bestätigen. Häufig kommt es vor, dass bei der Vorbereitung des Bodens für Bepflanzungen oder bei anderen Gelegenheiten, Steinplatten ausgegraben werden, die Abdrücke von Blättern, Samenkörnern oder Stängeln von Reben aufweisen. Oftmals stößt man sogar auf verschiedene Gegenstände aus Keramik. Solche zufälligen Funden müssten ständig fachlich und systematisch festgehalten und wissenschaftlich analysiert werden, denn nicht nur, dass sie für die Weinwissenschaft und Geschichte von allgemeiner Bedeutung sind, sie können auch wesentlich zu einem besseren Marketing unserer Weine beitragen.


Neben den Fossilienfunden, die von der Anwesenheit der Vorfahren der Weinrebe auf unserem Boden in der Vergangenheit zeugen, sei erwähnt, dass seit vorgeschichtlicher Zeit bis zum heutigen Tage, an vielen Orten (bspw. in Süddalmatien und Herzegowina) eine Wildrebe wächst, die von unserem Volk vinika, vinjaga und loznica genannt wird, so dass auch dies ein Beitrag zur Aufdeckung ihrer Urheimat ist. Es ist anzunehmen, dass die Kultur zur Züchtung von edlen Weinreben durch griechische Kolonisatoren an unsere Küste gebracht wurde. Für ihre Verbreitung auf dem Gebiet des heutigen Kontinental-Kroatien haben sich neben Illyrern, Kelten, Thrakern und Griechen, auch die Römer verdient gemacht. Letztgenannte haben nämlich in Istrien (179./178. v. Chr.) bereits einen entwickelten Weinbau und Olivenbau vorgefunden, die größte Leistung der Hellenischen Zivilisation. Diese Weinerzeugung wurde jedoch in den bewirtschafteten Gebieten (d.h. auch in den Gebieten des heutigen Kontinental-Kroatien) während bestimmter Epochen gebremst (bspw. Domitian, 51- 96 u.a.) oder gefördert (Probus). Die Kroaten übernahmen diese Kenntnisse von den alt eingesessenen hier angetroffenen romanisierten illyrischen Stämmen, um sie weiter zu verbreiten und entwickeln. Auf diesem Wege gab es Höhen und Tiefen. Zu den kritischsten Perioden zählen die Kriegszeiten, und in neuerer Zeit auch das Auftreten von Rebkrankeiten und Schädlingen (Mehltau, Peronospera (falscher Mehltau) und Reblaus).
Obwohl die Diskussion über die Geschichte des Weinbaus und des Weins auf dem Gebiet Kroatiens bedeutend und interessant ist, kann sie an dieser Stelle, wegen des beschränkten Umfangs und Inhalts dieses Textes, nicht fortgesetzt werden, so dass die Leser auf die hierzu verwendete Literatur hingewiesen werden, in der Hoffnung, dass die Anzahl der Arbeiten zu dieser Thematik in naher Zukunft noch umfangreicher wird. [uredi] Stand der Weinbauflächen in der Rep. Kroatien, Mengen bei der Trauben- und Weinerzeugung

Weinbauflächen Kroatiens

Aus einer Übersicht der landwirtschaftlichen Flächen in der Rep. Kroatien, geht nach den Anbaukategorien hervor, dass im Zeitraum von 1981-1990 durchschnittlich 75.350 ha im Jahr mit Rebflächen bedeckt waren. Einem Bericht des Statistischen Landesamts der Republik Kroatien (Zagreb, 1994) zufolge, sind diese Flächen im Jahr 1991 auf 71.560 ha, und 1992 auf 56.360 ha zurückgegangen, was auch für das Jahr 1993 zutrifft. Hier muss jedoch hervorgehoben werden, dass in diesem Bericht, bzgl. 1992 und 1993, die Weinbauflächen, die auf dem Gebiet der Rep. Kroatien zu jener Zeit von Kriegswirren betroffen waren, bzw. die zu jener Zeit vorübergehend zu besetzten (okkupierten) Gebieten gehörten, nicht berücksichtigt wurden. Die Angaben über den Zustand der Weinanbauflächen (die nach dem Statistischem Jahresbuch des Staatlichen Amts für Statistik im Jahr 2003 22.762,87 ha betrugen) wiesen auf eine erforderliche dringenden Regeneration des Weinbaus in Kroatien hin. Hierzu muss erwähnt werden, dass unsere Weinfelder ein sehr hohes Alter aufweisen, so dass viele Anpfanzungen auch im Hinblick auf diese Tatsache abgebaut werden müssen. Aus nachfolgender Tabelle ist der Stand der Weinbauflächen in der Rep. Kroatien aus dem Jahr 2007 ersichtlich, nach den Angaben des Kroatischen Instituts für Weinbau und Weinwirtschaft (deren Abteilungen bereits eine lange Reihe von Jahren an der Einrichtung eines Weinbaukatasters arbeiten):

Weinbauflächen in der Republik Kroatien und Anzahl der im Register eingetragenen Erzeuger, nach Verwaltungsbezirken 2003.
Rang Gesamt und Name des Verwaltungsbezirks Hektar Anzahl der im Register eingetragenen Erzeuger
Kroatien - gesamt 17.318,63 17.768
1. Bezirk Istrien 2.250,19 2.668
2. Bezirk Split-Dalmatien 1.831,89 3.495
3. Bezirk Varaždin 379,32 818
4. Bezirk Krapina-Zagorje 174,59 449
5. Bezirk Zagreb 775,09 1.511
6. Bezirk Zadar 839,69 678
7. Bezirk Koprivnica-Križevci 114,82 178
8. Bezirk Šibenik-Knin 880,75 2.150
9. Bezirk Međimurje 473,38 427
10. Bezirk Virovitica-Podravina 421,91 125
11. Bezirk Požega-Slawonien 1.353,04 677
12. Bezirk Karlovac 63,92 92
13. Bezirk Osjek-Baranya 2.156,57 479
14. Bezirk Bjelovar-Bilogorje 245,03 110
15. Bezirk Bjelovar-Bilogorje 135,31 122
16. Stadt Zagreb 37,69 83
17. Bezirk Vukovar-Srijem 1.746,52 510
18. Bezirk Sl.Brod-Posavina 192,96 120
19. Bezirk Primorje-Gorski kotar 132,40 259
20. Bezirk Lika-Senj 30,44 86
21. Bezirk Dubrovnik Neretva 2.250,19 2.731
Quelle:Kroatisches Zentrum für Landwirtschaft, Nahrung und das Dorf

Von den Gesamtweinbauflächen gab es im Jahr 2003 in der Rep. Kroatien 21.929,47 ha fruchtbare Rebflächen, mit 102.505.000 fruchtbaren Rebstöcken. Von 448.532 landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Kroatien, in denen 2003 1.493.892 Angehörige beschäftigt waren, betrug die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe, die Erträge aus Obst und Trauben erwirtschafteten, lediglich 10.348.
Nach dem Statistischen Jahresbuch waren 1989 in Kroatien 360 Mio Weinstöcke europäischer, auf amerikanischer Grundlage veredelter Rebstöcke registriert, 11 Mio auf eigener Wurzel, und 47 Mio Stöcke waren direkt tragende Hybriden. Drei Jahre später (in der Dokumentation 913/93, als Stand zum 31. Mai 1993), wird im Bericht des Statistischen Landesamts der Republik Kroatien ein Gesamtbestand von 347.755.269 Rebstöcken verzeichnet. Im Jahr 1989 betrug nach den oben zit. Quellen der Ertrag 3.640.000 dt Trauben. Von dieser Menge wurden (schätzungsweise) etwa 10 % im frischen Zustand konsumiert, und der Rest wurde zu 2.052.810 hl Wein verarbeitet. Zum Vergleich sei erwähnt, dass im Jahr 2001 (nach Angaben des OIV) in Kroatien 3.590.000 dt Trauben und 1.950.000 hl Wein erzeugt wurden.
Neben den erwähnten Angaben ist weiter wissenswert, dass (nach einer früheren von der ehem. Geschäftsgemeinschaft für Weinbau- und Weinwirtschaft Kroatien aus Zagreb vorgenommenen Analyse), die weißen Rebsorten im Sortiment der Republik Kroatien häufiger vertreten sind als die roten. Dieses Verhältnis, das auch für 2004 gilt, macht in Prozenten ausgedrückt etwa 60 % weiße, gegenüber 40 % rote Rebsorten aus. Im Hauptregister der Trauben- und Weinerzeuger (das beim Kroatischen Institut für Weinbau und Weinwirtschaft Zagreb geführt wird) waren im Jahr 2008 17.005 Erzeuger mit 16.252 ha Rebflächen registriert. Davon erhielten 762 einen Bescheid über einen kontroliranom zaštićenom podrijetlu von insgesamt 2.379 Weinen. Nach einem Bericht dieses Instituts sind die am meisten vertretenen Rebsorten im Weinbausortiment der Republik Kroatien Welschriesling, Malvasia istriana weiß, Plavac mali rot, Trbljan weiß (auch kuć genannt), Plavina, Merlot rot, rheinischer Riesling, Kujundžuša, Ugni blanc und Babić rot. Der Gesamtumsatz an Wein (und anderen Erzeugnissen aus Trauben und Wein), betrug in der Rep. Kroatien vom 01.01. bis 31.12. 2008 608.000 hl, importiert wurden 143.680 hl, und exportiert 28.564 hl.
Alle vorstehend angegebenen Daten, sowohl die bzgl. der Flächen, als auch alle anderen, sind sehr fragwürdig. Personen, die gut mit den Gegebenheiten vertraut sind, behaupten nämlich, dass die Situation in unserem Weinbau ungünstiger ist, als aufgezeigt wird. Diese Behauptungen stützen sich auf die Tatsache, dass die Angaben über die Größe der Rebflächen aufgrund von Schätzungen erfolgen, und nicht aufgrund eines Weinbaukatasters, dessen Errichtung im Gange ist. Wird zudem die bereits erwähnte Angabe über das hohe Durchschnittsalter unserer Weinberge berücksichtigt, erweist sich die Situation als noch ungünstiger, um nicht zu sagen alarmierend. Die idealen Boden- und Klimaverhältnisse, die uns die Freude einer eigenen Ernte und die Möglichkeit einer eigenen Herstellung dieses edlen Tropfens von hervorragender Qualität ermöglichen, werden bedeutungslos, wenn sie ungenutzt bleiben. Eine Wiederbelebung dieses Produktionszweigs könnte zahlreiche bedeutende wirtschaftliche und soziale Fragen lösen (hinsichtlich der Beschäftigungsmöglichkeiten und einer Abwanderung aus den Weinbaugebieten, bis hin zur Förderung des Tourismus, des Exports, und ganz allgemein für einen besseren Lebensstandard unserer Menschen). Der kroatische Weinbau ist im Vergleich zu einer ganzen Reihe anderer, in vieler Hinsicht außergewöhnlich, er muss sich jedoch auf die Erzeugung von Weinen in einer Spitzenqualität ausrichteten, denn hierfür bestehen ideale Bedingungen, und nur auf diese Weise wird er es mit der immer größer werdenden und organisierteren Konkurrenz, nicht nur auf dem Weltmarkt, sondern in naher Zunkunft auch auf dem eigenen Markt, aufnehmen können. Dies ist auch der Grund dafür, dass das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft, zusammen mit Weinbauexperten, ein Programm zur Bepflanzung von 13.000 ha moderner Rebflächen im Zeitraum von 2004 bis 2009 erstellte, und es an die kroatische Regierung weiterleitete, die es Mitte 2004 verabschiedete. Aufgrund dieses Programms wurden für die Weinerzeugung (und für die Errichtung von Olivenhainen) entsprechende Bodenflächen vorgeschrieben (die, im Küstenbereich Kroatiens, mit Macchia bedeckt brach liegen, und im Sommer häufigen Feuer fangen), und diese wurden, über das Zentralbüro für Staatsvermögen, Weinfirmen zur Benutzung angeboten (mit einem entsprechenden Konzessionsvertrag). In den Verwaltungsbezirken, den sogen. Gespanschaften, wurden Kommissionen für die Erneuerung des Weinbaus und der Weinwirtschaft gegründet, mit der Aufgabe, interessierte Investoren bei dieser Arbeit zu unterstützen, die im Zeitraum von 2003 bis Ende 2005 bereits 4090 ha neue Rebflächen angebaut haben. Dieses Tempo der Erneueung müsste zukünftig noch beschleunigt werden. Es ist zu erwarten, dass auch das jüngst verabschiedete Gesetz über landwirtschaftliche Grundstücke hierzu beitragen kann, und in diesem Rahmen auch die Gründung einer Agentur für landwirtschaftliche Grundstücke, sowie auch andere Maßnahmen einer verwaltungsrechlichen und aufsichtsmäßigen Kontrolle, mit denen eine effizientere Flächennutzung gefördert und der Boden zu einer modernen Weinerzeugung gerüstet wird.

Einige Worte zur Kennzeichnung von Weinen mit Angabe des geographischen Ursprungs und über andere gültige Vorschriften

Nach dem derzeit gültigen Gesetz der Rep. Kroatien, der Verordnung über die Kennzeichnung von Weinen mit Angabe des geographischen Ursprungs „Pravilnik o označavanju vina oznakom zemljopisnog podrijetla, (NN 7/05)” und des Verzeichnisses geographischer Angaben (Gesetzblatt "NN" 6/04) sowie anderer gültiger Vorschriften, ist die Region des Küstengebiets Kroatien in fünf Unterregionen und einunddreißig Lagen eingeteilt, und die Region von Kontinental-Kroatien in sieben Unterregionen und fünfundreißig Lagen. Mit der Verordnung über die Nationale Liste der erlaubten Rebsorten in der Rep. Kroatien „Pravilnik o Nacionalnoj listi dopuštenih kultivara vinove loze u RH (NN 159/04.)”, wird das Sortiment der erlaubten Rebsorten für jede Unterregion separat vorgeschrieben. Vorübergehend erlaubt sind die, in den jeweiligen Lagen, am Tage des Inkrafttretens der zit. Verordnung angetroffenen Sorten, die sich nicht im Verzeichnis dieses Dokuments befinden. Verboten sind Sorten von direkt (unmittelbar) tragenden Hybriden , und die in den ersten beiden Gruppen nicht angeführten Sorten, wobei deren Bestehen bis zum biologischen Abbau der angetroffenen Pflanzungen erlaubt ist. Vollständige Angaben über die Teilung nach Regionen, Unteregionen und Lagen, sowie über die bei uns zugelassenen, bzw. untersagten Rebsorten, sind unter dem Begriff Regionalisierung des Weinbaus in der Republik Kroatien zu finden, so dass sie daher an dieser Stelle nicht wiederholt werden.

Weinbauregion Kontinental-Kroatien

In der Region Kontinental-Kroatien, wo unterhalb von und auf den Hängen zahlreicher Berge und Hügel nördlich von Kupa und Sava, seit jeher Weinreben angepflanzt werden, sind die weißen Sorten führend, und unter ihnen nimmt Graševina/Welschriesling einen besonderen Platz ein. Genauso wie im Küstengebiet Kroatiens, zeugen zahlreiche Funde von einer reichen Weinbautradition auf diesem Gebiet, wie bspw. Funde aus Krapina, Vinagora, Lobor und Petrijanec. Obwohl in diesen Räumen schon früher Reben angepflanzt wurden, werden die Anfänge des Weinbaus und der Weinwirtschaft mit dem römischen Kaiser Oktavian Augustus (63-14 v. Chr.) in Zusammenhang gebracht, als die ersten Wälder gerodet und auf den abgebrannten Flächen die ersten Weinfelder angepflanzt wurden. Nach diesem Kaiser wurde das heutige Moslavačka gora Mons Claudius genannt, wobei uns Schriften hierüber vom antiken Geographen Ptolemäus hinterlassen wurden, der im II. Jahrhundert lebte.
Zur schnellen Entwicklung des Weinbaus und der Weinwirtschaft hat auch auf diesem Gebiet die Verbreitung des Christentums beigetragen. Dies gilt insbesondere für das Mittelalter, in dem der Weinbau eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hatte. Zu dieser Zeit waren die Weinfelder nicht nur Eigentum wohlhabender Grundbesitzer, viele waren auch im Besitz der Kirche, wie bspw. auf dem Gebiet der damaligen Abtei Kutjevo (Valisa Aonesta de Gotho sen Kuttyevo; 1232-1536), wo der Priesterorden der Zisterzienser tätig war. In diesem Zusammenhang könnten noch mehr interessante Angaben über den Aufstieg des Weinbaus gemacht werden (z.B. an den Südhängen von Medvednica, worüber auch Schriften in "Zlatna bula" (Goldener Bulle) aus 1220 existieren), aber auch über den Verfall (z.B. nach dem Eindringen der Türken). Interessant sind auch die Abgaben über die sogen. Weinbergsteuer und Zehnte, und über die vielfältige und große Erzeugung gegen Ende des XVIII. Jh., als sie auf mehr als eine Million Kübel geschätzt wurde (was in Geld mehr wert war, als die damalige Getreideernte), über die Ursachen des Bauernaufstandes in Kroatien, und über anderes Erwähnenswertes, worauf wegen des begrenzten Raums hier nicht näher eingegangen werden kann. Es sei jedoch noch erwähnt, dass mit der neueren Zeit des Weinbaus in Kroatien 1841 die Gründung einer "Wirtschaftsgesellschaft" (Gospodarsko društvo) begann, die den Weinbau und die Weinwirtschaft systematisch weiterentwickelte, von denen nur einzelne sich verdient gemachte Mitglieder und Mitarbeiter erwähnt werden sollen: (Stražimir, Trummer, Vukatinović, Štriga, Šulek, Haulik u. a.). Dem Einfluss dieser Gesellschaft ist es zu verdanken, dass kroatische Winzer ihre Weine auf der Ersten Ausstellung in Wien (1857) vorstellten, auf der insbesondere die Weine von Ilok auf großes Interesse stießen. Ihr Verdienst war es auch, dass die Erste kroatische Weinausstellung in Sv. Ivan Zelina (1860) , eine Wirtschaftsausstellung in Zagreb (1864) und eine spezialisierte Weinmesse in Krapina (1904) organisiert wurde. Das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen bewirkt schließlich den Verfall der Reben, so dass zum Kampfe gegen diese natürlichen Feinde, und zur Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die ersten Winzergenossenschaften und Vereinigungen gegründet wurden (von denen die Erste Winzergenossenschaft Plešivica und Okić aus Gornji Desinec seit ihrer Gründung 1929 bis heute existiert).
Kriege und andere wirtschaftspolitische Maßnahmen führten zu einem Zustand, über den im Sinne der geltenden Regionalisierung ebenfalls, zumindest einige grundsätzliche Angaben gemacht werden sollen.

Podunavlje

Unterregion Podunavlje

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Baranja
Erdut
Srijem

Die Unterregion Podunavlje umfasst drei Lagen, Srijem (1750 ha), Erdut (880 ha) und Baranye (1170 ha), in denen während der Besetzung Kroatiens (1991-1995), neben unschätzbaren menschlichen Verlusten, auch der Weinbau und die Weinwirtschaft enorm in Mitleidenschaft gezogen wurde, so dass derzeit, weder durch die Weinerzeugung (2005 etwa 3800 ha), noch durch die Präsenz ihrer Weine auf dem in- und ausländischen Markt, das Niveau erreicht wurde, weswegen sie als die Perle des kroatischen Weinbaus bezeichnet wird. Durch eine friedliche Neuintegrierung in das Rechts- und Wirtschaftssystem der Republik Kroatien, die im Laufe des Jahres 1997 stattfand, begann eine Erneuerung und ordentliche Erzeugung in den Weinplantagen von Belje (Weinberge Kneževi), IPK Osijek (in Erdut), Vupik (auf den Feldern des namhaften Vučedol u.a.), wo auch schon früher hochwertige Wein- und Rebsorten (Graševina (Welschriesling), Traminer, Pinot blanc, Rheinriesling, Chardonnay, Sauvignon, Muskat-Ottonel, von den weißen, und Frankovka, Cabernet franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot noir u. a., von den roten) angebaut wurden. Neben einer hervorragenden Auswahl an Rebsorten, wurden dank der idealen klimatischen Bedingungen hier von jeher außergewöhnlich gute Weine hergestellt, unter denen der Traminer von Ilok "iločki traminac" bereits eine lange Reihe von Jahren einen besonderen Ehrenplatz einnimmt. Im privaten Sektor der Weinerzeugung wurde das Sortiment ebenfalls geändert, so dass nur noch selten alte Sorten wie Slankamenka, Kadarka, Ružica und einige andere anzutreffen sind.

Slawonien

Unterregion Slawonien
In der Unterregion Slawonien, die mit ihren zehn Lagen (Đakovo mit etwa 850 ha Rebfläche, Slavonski Brod 1150 ha, Nova Gradiška 300 ha, Požega-Pleternica 390 ha, Kutjevo 800 ha, Daruvar 560 ha, Pakrac 20 ha, Feričanci 775 ha, Orahovica-Slatina 860 ha und Virovitica 695 ha) die ausgedehntesten Rebflächen und der größte Erzeugung aufweist, werden verschiedenartige Weiß-, Rosé- und Rotweine hergestellt, die auch über unsere Landesgrenzen hinaus zu einem guten Ruf gekommen sind. Hierzu haben, neben einer langen Tradition, mühevoller und gewissenhafter Arbeit, auch die ständigen Bemühungen um eine regelmäßige Versorgung des Marktes mit vorzüglich zubereiteten und als Endprodukt marktgerecht ausgestatteten Flaschenweinen beigetragen. Der bekannteste Wein der gesamten kontinentalen Region und auch dieses Gebiets, ist Graševina (Welschriesling). Dieser Wein (wie Graševina aus Kutjevo, Slavonski Brod, Daruvar und Đakovo) hat wahrscheinlich am meisten zur guten Reputation dieser Unterregion beigetragen. Die Vielfalt des Angebots an Weiß-, Rosé- und Rotweinen aus dieser Gegend, spiegelt sich auch in der Verschiedenartigkeit der Rebsorten wider, unter denen besonders Chardonnay, Pinot blanc, Rheinriesling, grüner Silvaner, Müller-Thurgau bei den weißen Sorten, sowie Frankovka (besonders aus der Lage Feričanci), Pinot noir sowie Zweigelt u.a. hervorzuheben wären. Charakteristisch für diese Gegend ist auch die große Zahl von Weinbetrieben, zu denen große Firmen wie Kutjevo d. d., PPK Orehovica, Badel 1862 u.a. gehören, aber auch die immer zahlreicher werdenden Kleinbetriebe wie Enjingi, Krauthaker, Zdjelarević u.a., die in dieser Zeit des Wachstums unserer Marktwirtschaft wesentlich zum Ansehen des kroatischen Weinbaus und der Weinwirtschaft beigetragen haben. Obwohl man über die reiche Geschichte des Weinbaus und der Weinwirtschaft dieses Gebiets, die fabelhaften Weine und die fleißigen Winzer aus dieser Unterregion noch viele Worte des Lobes verlieren könnte, soll an dieser Stelle nur noch gesagt werden, dass der gute Ruf, bspw. der Weine aus Kutjevo, mit der bereits erwähnten Zisterzienser-Abtei (aus dem Jahr 1232) in Zusammenhang gebracht werden muss, auf deren Ruinen, nach den türkischen Zerstörungen, die neuen Grundbesitzer (Zagreber Jesuiten von 1669 bis 1773, und danach bis zur Lizitation 1882 die Stiftung "Naukovna zaklada") den Weinbau fortsetzten. Die größten Verdienste bei der Förderung dieses Wirtschaftszweigs in diesem Teil von Slawonien, sind der Familie Turković zuzuschreiben, und auf dem Gebiet von Đakovo dem Bischof Anton Mandić und Josip Juraj Strossmayer, sowie den zahlreichen, uneigennützig für das Allgemeinwohl tätigen Mitarbeitern.

Moslavina

Unterregion Prigorje-Bilogora-Moslavina und Pokuplje
Die südlichen Hänge des bereits kurz erwähnten alten Gebirges Moslavine sind für den Rebanbau gut geeignet. Der Weinbau in der gleichnamigen Unterregion ist nicht nur sehr alt, sondern auch von sehr guter Qualität. Dies gilt insbesondere für die Lage Voloder-Ivanić Grad (mit etwa 1400 ha), die im Hinblick auf die Erzeugung und die Vielfalt ihrer Weine größer ist als die zweite Lage, Čazma (865 ha). Neben den bodenständigen Rebsorten Moslavac (Furmint) und Škrlet, wird Kraljevina am meisten angebaut, durch die der Welschriesling systematisch zurückgedrängt wird. In neuerer Zeit gibt es auch andere hochwertigen Rebsorten wie Chardonnay, Rheinriesling, Pinot blanc, Semillon weiß, Sauvignon weiß . Hier ist die nahezu in Vergessenheit geratene Petrinjska dišeća ranina erhalten geblieben, deren Weine gerade aufgrund dieser Sorte ihr einzigartiges unverkennbares Aroma verdanken. Der Hauptsitz des Weinbaus ist in Voloder, wo bereits 1913 die Kroatische Winzergenossenschaft in der Moslavina gegründet wurde. In dieser Gegend förderte Lujo Miklaužić den Weinbau, und nach ihm wurde auch die Genossenschaft „Udruga vinogradara i vinara moslavačkog kraja“(Genossenschaft der Winzer und Weinhändler der Gegend von Moslavina) benannt.

Prigorje-Bilogora

Die Unterregion Prigorje-Bilogora umfasst sechs Lagen (Dugo Selo-Vrbovec mit 940 ha, Kalnik 1500 ha, Koprivnica-Đurđevac 2150 ha, Bilogora 710 ha, Zelina 2100 ha und Zagreb 1500 ha), in der man der Charakteristik der gesamten Region nicht untreu wird. Auch hier sind die weißen Rebsorten führend, und unter ihnen hebt sich wiederum Graševina (Welschriesling) hervor, obwohl auch der Rotwein Frankovka lobenswert ist. Wie im benachbarten Weinbaugebiet Hrvatsko Zagorje, wird auch hier lediglich eine geringere Menge Trauben zur Be- und Verarbeitung für den Markt erzeugt (Prigorska Kraljevina oder Križevačka Graševina (Welschriesling) sowie Weine der immer zahlreicher werdenden Kleinbetriebe), so dass der Hauptanteil in den Haushalten konsumiert wird, oder zur Versorgung der sogen. Wochenend-Verbraucher dient. Die Križevački štatuti (Statute von Križevci) und die Regeln, nach denen das Weinfest „pajdaška veselica“ vonstatten ging, werden unter dem entsprechenden Stichwort beschrieben. Hier soll lediglich hervorgehoben werden, dass in Križevci unsere erste Wirtschafts-und Forstlehrstätte errichtet wurde (über die mehr unter dem Stichwort Landwirtschaftliches Schulwesen berichtet wird) aus der die ersten, bei uns ausgebildeten Weinexperten stammen. Eine der sechs Lagen dieser Unterregion heißt Zagreb (nördlich der Sava). Interessant ist, dass auf diesem Gebiet, genauer auf dem Gebiet der Stadt Zagreb, nach Angaben des Staatlichen Amts für Statistik der Rep. Kroatien (Dokumentation 913/93, Zagreb 1994) in der Zeit vor der Verabschiedung des Gesetzes über die Gebietseinteilung in Verwaltungsbezirke (Gespanschaften), Städte und Gemeinden in der Rep. Kroatien, (d.h. vor dem 30. 12. 1992), etwa 25 Mio. Rebstöcke existierten, was im Vergleich zu allen anderen kroatischen Städten die Überzahl darstellt. Derartige Daten weisen darauf hin, dass diese Lage in der Vergangenheit um ein Vielfaches reicher an Reben und Wein war, was auch Bezeichnungen größerer Stadtteile dieser Millionenstadt belegen, die auch heute noch durch ihre Namen an den Weinbau erinnern. Zagreb ist unser größter Markt für Wein (und sonstige alkoholische und alkoholfreie Getränke) und der Sitz der größten kroatischen Weinfirma Badel 1862 d. d., sowie Standort für unsere größten wissenschaftlichen und Forschungsinstitute, auch im Bereich der Weinwirtschaft und des Weinbaus.

Pokuplje

Im Hinblick auf die Erzeugung von Trauben und Wein und deren Verarbeitung für den Markt, ist die kleinste Unterregion von Kontinental-Kroatien Pokuplje mit drei Lagen (Karlovac 850 ha, Petrinja 220 ha und Vukomeričke gorice 950 ha), in denen der Weinbau nicht die Bedeutung hat, wie in Slawonien und auf Plešivica, auch deshalb, weil hier auch die Bedingungen für diesen Tätigkeitszweig ungünstiger sind. In der alten Literatur finden wir Angaben, aus denen leicht geschlossen werden kann, dass auch in diesem Gebiet in der Vergangenheit dem Weinbau größere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Petrinjska ranina und Žuti Ovnek sind autochthone Sorten dieser Gegend, über deren wirtschaftlichen Wert unsere Weinwissenschaft ihr Urteil abgeben müsste.

Plešivica

Unterregion Plešivica
Die Unterregion Plešivica mit fünf Lagen (Samobor 500 ha, Plešivica-Okić 880 ha, Sveta Jana 800 ha, Krašić 330 ha und Ozalj 770 ha) erstreckt sich auf den Hängen und am Fuße der südlichen, vor den Nordwinden geschützten Abhängen der Berge Plešivica, Okić, Samoborski und Žumberačko gorje. Auch hier wurden leider viele außergewöhnliche Weinlagen für den Bau von Wochenendhäusern für einen relativ geringen Erlös unwiderruflich geopfert. Der größte Teil des an ein Amphitheater assozierende Gebiets von Plešivica ist dennoch von Rebstöcken umgeben, mit herausgeputzten Weinberghäuschen auf den Bergkämmen, deren Harmonie manchmal von Neubauten gestört wird, die oftmals mit Hecken und Nadelbäumen eingefasst sind, und einer für diese Gegend ungewöhnliche Vegetation von Zypressen und Zedern. Die außergewöhnlich günstigen mikroklimatischen Bedingungen, mit reichlich Sonne, und einem jahrhundertelang sorgfältig auserwählten Sortiment, und selbstverständlich den fleißigen Händen der im Weinbau arbeitenden Menschen, haben hier harmonische, leicht aromatische, und nicht selten säuerliche, doch stets erfrischende und süffige Weine hervorgebracht, die im nur zwanzig Kilometer entfernten Zagreb besonders gefragt und geschätzt sind. Über den Weinbau in dieser Gegend sind mehr als sechshundert Jahre alte schriftliche Dokumente erhalten geblieben (genauer, aus dem Jahr 1370), und viele Niederschriften weisen auf besondere Weinlagen hin (wie bspw. Mladine), deren Weine auch heute noch zu den Besten zählen.
Eine alte Art des Anbaus der Weinrebe (MP)
Der genossenschaftliche Geist, der hier lange gepflegt wurde, hielt den Weinbau auch in schwersten Zeit aufrecht und hatte einen Einfluss bzgl. der Anpassung des Sortiments, der Ver- und Bearbeitung der Weine an die modernen Ansprüche des Marktes.

Zagorje-Međimurje

Unterregion Zagorje-Međimurje
Die Unterregion Zagorje-Međimurje ist eine hügelige Gegend, mit sechs Lagen (Međimurje 1100 ha, Varaždin 3280 ha, Ludbreg 490 ha, Krapina 1030 ha, Zlatar 1850 ha und Zabok 1340 ha), die sich nur auf den ersten Blick unerheblich unterscheiden. Die meisten Weinberge in Zagorje liegen auf rippenförmigen Hängen mit leichten, aber mancherorts auch steilen Neigungen, von denen sich unvergessliche Blicke auf die grünen fruchtbaren Täler und dunklen bewaldeten Höhen (Ivančice, Medvednice etc.) bieten. Hier wachsen hauptsächlich alte Qualitätssorten (Belina, Lipovina, Kraljevina, Plavec žuti und andere), deren Trauben von den Winzern in ihren Weinberghäuschen verarbeitet werden, und dies oftmals noch immer auf die traditionelle Art, meistens für den Eigenbedarf. Die Weine sind hell, leicht, säuerlich, und in schlechten Jahren sogar sauer. Daher kommt auch die Angewohnheit, den Wein regelmäßig mit Mineralwasser als Spritzer zu trinken, hier “Gemišt” genannt. Im Unterschied zu Zagorje, werden im Gebiet von Međimurje, dieser einzigartigen Unterregion, neben der Kraljevina, einer Sorte aus dem älteren Sortiment, immer mehr Graševina, Moslavac und Rheinriesling angebaut, während die übrigen weißen (Pinot blanc, Silvaner, Traminer, Chardonnay, Muskat-Ottonel u.a.) und roten Sorten (Portugieser, Frankovka) bei weitem weniger präsent sind. Von den Verbrauchern wird zu Recht am meisten der Wein aus Vinica, Varaždin breg, Štrigova, Urban brega und einigen anderen Gebieten geschätzt, wobei (neben der günstigen Lage der Weinberge und einer richtigen Agrotechnik und Ampelotechnik) ein Teil des Verdienstes der früheren aktiven genossenschaftlichen Bewegung zuzuschreiben ist (in Desinić, Vinica, Pregrada, Krapina usw.), sowie einer modernen Traubenverarbeitung und Weinerzeugung in Začretje, Štrigova, Varaždin und in vielen privaten Erzeugerbetrieben, die sich immer mehr um den Schutz ihrer Weine und um ihre moderne Verarbeitung bemühen.

Weinbauregion des Küstengebiets von Kroatien

In der Küstenregion von Kroatien, deren Grenzen einerseits die zerklüfteten Küsten an Land und auf den zahlreichen Inseln entlang des Adriatischen Meeres bilden, und andererseits die Gebirgskette der Dinariden, werden hauptsächlich rote Traubensorten angebaut, und analog dazu größtenteils Rotweine erzeugt.
Die nördlichste Unterregion des kroatischen Küstengebiets ist Istrien, mit insgesamt etwa 6150 ha Rebfläche, die sich zum größten Teil an der Westküste befindet. Das milde subtropische Klima, insbesondere im unmittelbaren Küstenbereich dieser grünen Halbinsel, hat viele Völker angezogen, um später, nachdem Griechen, Römer und andere Völker vorüberzogen, im VII. Jh. dauerhaft von den Kroaten besiedelt zu werden. Zahlreiche Funde einer materiellen Kultur (wie Amphoren, Weinpressen, Grabdenkmäler mit Motiven von Reben und Trauben usw.), sowie die schriftlich festgehaltene Geschichte und die im Volk noch immer verwendeten Ortsbezeichnungen (Kalavojna..) zeugen von einer langen Vergangenheit des Weinbaus und der Weinwirtschaft in diesem Gebiet.

Istrien

Rebflächen in Istrien und Hrvatsko Primorje
Die ökologische Vielfalt, die auf einem kleinen Raum, man könnte sagen, in Kontrasten zum Ausdruck kommt, ist die Voraussetzung für die sich im Weinbau und der Weinerzeugung widerspiegelde Vielfalt. In den drei Lagen Istriens (Westistrien 5840 ha, Zentralistrien 210 ha und Ostistrien 100 ha), befinden sich einundzwanzig unter den empfohlenen Rebsorten (durch die Verordnung über die Nationalliste…, kroat. Amtsblatt 159/04). Auf der gesamten istrischen Halbinsel gehört die weiße Sorte Malvazija istarska (Malvasia istriana), die die Grundlage zur Erzeugung zahlreicher Weine mit kontrolliertem geographischem Ursprung bildet, zur Kategorie der Qualitätsweine, und in einer geringeren Anzahl zu den Spitzenweinen. Die anderen Rebsorten für Weißweine (Chardonnay, Pinot blanc, Pinot gris, Muskat-Ottonel u.a.) werden in weit geringerem Umfang erzeugt. Der weiße Muskat (aus Momjan) wurde fast gar nicht mehr angebaut, doch dank junger Winzer und Weinkenner wird der Anbau dieser Rebsorte jetzt erneut aufgenommen.

Die einst führenden roten Rebsorten Teran und Refosco, aus denen die gleichnamigen geschützten Weine mit kontrolliertem geographischen Ursprung erzeugt werden (Motovunski Teran u. a.), überlassen langsam aber sicher ihren Platz Weinen, die aus anderen Rebsorten erzeugt werden, darunter hauptsächlich roter Merlot und Cabernet Sauvignon, von denen einige als Spitzenweine rangieren. In der Gruppe der Roséweine sei Hrvatica aus Buje und Rosé Cabernet Sauvignon aus Poreč erwähnt.

Hrvatsko Primorje

Im Unterschied zu Istrien, wo die Weinerzeugung größer und mannigfaltiger ist, beschränkt sie sich in den Weinfeldern der Unterregion Hrvatsko primorje mit fünf Lagen von insgesamt etwa 2480 ha Rebfläche (zu denen neben den Inseln des Kvarner auch die Insel Rab und die norddalmatinische Insel Pag gehört), auf einen geringeren Umfang, und nur einige geschützte Weine, unter denen der Qualitätswein Žlahtina hervorzuheben wäre. Er wird am meisten von den zahlreichen Weinkellern in Vrbnik erzeugt und auf dem Markt vertrieben. Auch Weinerzeuger von der Insel Pag (Wein Gegić), von der Insel Susak (Wein Trojšćina) und aus dem Vinodol (Žlahtina, Cabernet Sauvignon u. a.) schützen ihre Weine und vertreiben sie hauptsächlich auf dem lokalen Markt. Rijeka, das größte Zentrum in dieser Unterregion und der größte kroatische Hafen, ist ein bedeutendes Transit- und Verarbeitungszentrum für Wein, was durch die Angabe bestätigt wird, dass es in dieser Stadt zwischen den beiden Weltkriegen (von 1920 bis 1940) sogar zehn Weinfirmen gab, deren Arbeit die Firma Istravino übernahm, die durch die Herstellung von Wermut, Prošek, dem mit Kohlensäure zugesetzten Schaumwein Bakarska Vodica bekannt wurde, aber auch durch die Verarbeitung von Tafel- und Qualitätsweinen aus anderen Weingebieten.

Norddalmatien

Die Unterregion Norddalmatien mit etwa 3600 ha Rebflächen, besitzt 8 Lagen, die sich hauptsächlich auf dem Gebiet Bukovica und Ravni Kotari erstrecken, und nur zu einem geringeren Teil auch im Küsten- und Inselgürtel. Es sind Zadar-Biograd mit etwa 240 ha, Benkovac-Stankovci 980 ha, Promina 300 ha, Pirovac-Skradin 800 ha, Knin 180 ha, Drniš 350 ha, Šibenik 400 ha und Primošten 320 ha. Ungeachtet der ausgeglichenen Umweltbedingungen des größten Teils dieser Unterregion und der großen Erzeugung von Tafelweißweinen (aus den Trauben Trbljan und anderen Rebsorten) und Rotweinen (Plavina und andere bodenständige Sorten), ist sie auf dem Markt durch Weine autochthoner Sorten aus besonderen Lagen bekannt geworden, wie Babić aus Primošten und Debit aus Oklaj (bzw. Oklajska Žutina). Neue Rebflächen auf den Lagen Kurlat, bei Benkovac, werden das Bild des Weinbaus in diesem Gebiet verändern. Die Einführung (Introduktion) neuer roter (Grenache rot, Carignan, Syrah), bzw. weißer Sorten (Ugni blanc und andere) hat nämlich bereits bestimmte Wirkungen hinterlassen, die in naher Zukunft die Angebotsvielfalt dieser Gegend noch verbessern werden.
Die Erzeugung von weißen Trauben, die 1987-1990 auf 42.000 dt/Jahr geschätzt wurde, hätte den Charakter der bisherigen Weinerzeugung verändern sollen. Obwohl die erzielten Resultate weitere Bewegungen in diese Richtung angekündigt hatten, wurde dieser Trend durch die Kriegswirren in Kroatien gestoppt und, wie es aussieht, auf längere Zeit hinausgeschoben.
Die größten Weinverarbeitungszentren in dieser Unterregion befinden sich in Zadar, Benkovac und Šibenik.

Weingebiet in Süddalmatien, Dalmatinska zagora, Mittel- und Süddalmatien

Dalmatien Zagora

Die Unterregion Dalmatinska zagora, mit etwa 2000 ha Rebfläche, ist in drei Lagen unterteilt, unter denen Sinj-Vrlika mit ungefähr 120 ha die Kleinste ist. Auf Imotski sind etwa 700, und auf Vrgorac etwa 1200 ha Rebflächen angelegt. Neben dem traditionellen Sortiment dieser Unterregion (Ninčušu, Pagadebit (bzw. Debit), Plavina, Trnjak u.a.), die größtenteils zum häuslichen Eigenbedarf verarbeitet und konsumiert werden (wie im Gebiet von Sinj der bekannte helle Hrvaštine) ist die weiße Kujundžuša am meisten vertreten, aus der besonders in der Weinkellerei Imotski ein leichter und schmackhafter Wein erzeugt wird.

Mittel- und Süddalmatien

Die Unterregion Mittel- und Süddalmatien umfasst die größte Anzahl der Weinlagen in Dalmatien (12), von denen sich sieben auf den Inseln Mljet, Korčula, Lastovo, Vis, Hvar, Brač und Šolta befinden, und fünf auf dem Festland Kaštela-Trogir, Split-Omiš-Makarska, Neretva, Konavle und Pelješac. Im Laufe des Jahres 2004 gab es in dieser Unterregion etwa 4450 ha Rebflächen. Hier finden wir, ähnlich wie in Istrien, eine Menge von Angaben, die auf eine reiche Vergangenheit des Weinbaus und der Weinwirtschaft hinweisen. Neben Funden von Weingefäßen (Amphoren und Gläser) und anderen Gegenständen einer materiellen Kultur dieser Art, und ältesten niedergeschriebenen Danksagungen an den Wein von der Insel Vis (Agatarhid), sollen auch die gefundenen und erhaltenen silbernen und kupfernen Geldstücke der Stadt Pharos (Stari Grad, auf der Insel Hvar) aus dem III. Jh. v. Chr. mit der Abbildung einer Ziege, dem Symbol des Weinbaus erwähnt werden (da gerade die Ziegenhaut bei der Herstellung eines Balgs unersetzlich war), bzw. das gefundene Geld der Stadt Issa (Vis) mit der Abbildung einer Amphore und Trauben aus dem Jahr 385 vor Christus. Die führende und wirtschaftlich bedeutendste Rebsorte dieses Gebiets ist Plavac mali. Ihr Anbau ist in allen Lagen dieser Unterregion empfehlenswert. Diese Sorte ist die Grundlage für die Erzeugnung kroatischer Spitzenrotweine wie Dingač, Postup, Zlatan plavac, Pharos und Plavac Bol. Die Zahl der übrigen roten Traubensorten, außer Plavine (besonders in der Lage von Neretva), sowie Dobričić (in der Lage Šolta) und einige neu eingeführten (Saperavi, Merlot, Cabernet Sauvignon) ist bedeutend geringer und dient hauptsächlich zum Verschnitt mit anderen Rotweinen. Es sei noch die Tatsache erwähnt, dass unsere bekannteste rote Rebsorte Plavac mali in längst vergangenen Zeiten durch eine Kreuzung mit den bodenständigen dalmatinischen Rebsorten, Crljenk kaštelanski (in der Welt bekannter als Zinfandel) und Dobričić entstand, und dass sich durch eine Wiederaufnahme der Züchtung auch dieser Sorten, das Bild des dalmatinischen Weinbaus wahrscheinlich ändern wird.
Der Anteil der weißen Rebsorten im Sortiment der Unterregion bleibt hinter den roten Rebsorten zurück, doch ist daher ihre Zahl und Vielfalt vom ampelografischen und önologischen Standpunkt sehr interessant. Hierzu gehören Vugava, Pošip, Grk, Malvasia dubrovačka (Malvasia von Dubrovnik), Cetinka und einige andere bodenständige Sorten, und in jüngster Zeit auch die neu eingeführten (wie Ugni blanc, Rkacitel und andere.). Alle diese Rebsorten (und die davon erzeugten Weine), sind in diesem Lexikon unter ihren Namen besonders beschrieben.
Die Entwicklung des Marktes und besonders der Touristikbranche, hat die Errichtung moderner Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe für Trauben und Wein vorangetrieben, und hier gehen, neben der großen Weinfirma Dalmacijavino aus Split, viele andere Betriebe und Genossenschaften mit gutem Beispiel voran. In neuerer Zeit sind aber auch die privaten Familenbetriebe auf dem Markt immer zahlreicher präsent.
Der Weinexport aus der Rep. Kroatien schwankt von Jahr zu Jahr und beläuft sich auf 165.000 bis 360.000 hl. Früher wurde der Hauptanteil des Weins in losem Zustand exportiert und diente zum Verschnitt mit Weinen des Kunden, was bedeutet, dass diese Weine auf dem Markt nicht als kroatische Weine deklariert wurden. Aber jetzt wird der Wein in Flaschen ausgeführt. Alle anderen hergestellten Weinmengen werden auf dem einheimischen Markt konsumiert, und ein Teil dieses Konsums kann über den Tourismus als eine Art Export betrachtet werden. Der Bedarf der einheimischen Bevölkerung und der Gastronomie- und Touristikbranche in der Rep. Kroatien ist größer als die Erzeugung im Land, so dass sogar bedeutende Weinmengen aus anderen Ländern importiert werden, wobei die bisherige Praxis der Einfuhr von Fasswein (zum Verschnitt und zur Erzeugung von Tafelweinen ohne Kennzeichnung einer kontrollierten Herkunft), immer mehr durch den Import von Wein in Flaschen als Qualitäts- und Spitzenweine verdrängt wird.

Bedeutung des Weinbaus für die Wirtschaft der Rep. Kroatien

Die Erzeugung von Tafeltrauben erfordert neben besonderen Umweltbedingungen, auch viele andere Voraussetzungen (bspw. Bewässerung), und solche Standorte finden wir auf dem Gebiet Kroatien nur im Bereich um Zadar und in der Gegend des Unterlaufs des Flusses Neretva. Detaillierte, bisher vorgenommene wissenschaftliche Forschungsarbeiten, und die auf kleineren Parzellen erzielten Resultate, versprechen einen Fortschritt dieses bisher vernachlässigten Wirtschaftszweigs des Weinbaus. Die Bedeutung des Weinbaus in der kroatischen Wirtschaft geht auch aus der Angabe über die Zahl der in der unmittelbaren Weinerzeugung beschäftigten Personen hervor, und noch mehr aus der Zahl jener, die unmittelbar ihre Existenz aus dieser Branche verwirklichen (indem sie Weinbau betreiben, und anderen Beschäftigungen in der Lebensmittelindustrie, dem Handel von Trauben und Wein, der Herstellung von Verpackungen, Schutzmitteln, Werkzeugen usw. nachgehen), die mindestens drei Mal so hoch ist. Angesichts der Tatsache, dass in Kroatien in vielen Gebieten ideale und einmalige klimatische Bedingungen und Bodenbeschaffenheiten u.a. vorhanden sind, kann eine schnelle Entwicklung des Weinbaus und der Weinwirtschaft auf modernen Grundlagen erwartet werden. Siehe: Regionalisierung der Weinbaugebiete in der Rep. Kroatien, Zonen nach A. J. Winkler, Beschreibungen des Weinbaus für jede der angeführten Unterregionen, Landwirtschaftliches Schulwesen, Zagreber Weinfelder, Kroatische Weinbauregionen, Unterregionen und Lagen.
Ubersetzung Renate Perović-Brune

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